Hallo liebe Leser, wir haben es getan und wir haben es geschafft. Ich glaube dieser Törn hat den Skipper Andi um Jahre altern lassen. Ständig wurden die Wetterapps gecheckt, Wetterwelt hinzu gezogen, dann hat sich der Samstag 18. April als mutmaßlich guter Tag für den Törn herausgestellt. Im Hafen von Sines haben wir bis Freitag morgen einen Platz gebucht, damit haben wir uns diese Option auch noch offen gehalten den haben wir um einen Tag verlängert. Der anstehende Törn hat eine Länge von 65 Seemeilen, also etwa 13 Stunden Fahrt. Dabei muss das Wetter und die Bedingungen (Wellenhöhe) einmal am Abfahrtsort in Sines, während des Törns nach Süden, speziell dann die Bedingungen am Kap Sao Vicente und schließlich noch am Ankerplatz in Sagres passen. Die Bedingungen am Kap Sao Vicente, das ist übrigens der südwestlichste Punkt des europäischen Festlands, dort kann es richtig ekelhaft sein, weil es dort starke Fallwinde geben kann. Die Windgeschwindigkeit kann dort von 10 Knoten Wind, plötzlich auf 30 Knoten Wind ansteigen und ehrlich gesagt das kann einen schon in beträchtliche Schwierigkeiten bringen. Aber am Samstag waren die vorhergesagten Bedingungen im grünen Bereich und wir haben den Wecker auf 4:30 gestellt, damit wir wie geplant gegen 6:00 Uhr ablegen können. Sonnenaufgang ist zwar erst um 06:30, aber bis wir aus dem Hafen raus sind, sollte es langsam hell werden. Wir haben dann doch noch 15 Minuten gewartet, da es recht diesig war. Die Bedingungen waren wie erwartet gut, obwohl der Wind zu schwach und aus der falschen Richtung kam. Uns blieb nichts anderes übrig als die tolle vorbeiziehende Landschaft zu bewundern. Stunde um Stunde verging und nach etwa 10 Stunden stieg die Anspannung nochmal an, eigentlich hätte es für heute gereicht, aber das Kap stand uns ja noch bevor. Die Umrisse werden deutlicher und man sieht die Gebäude oben auf dem Fels. Eigentlich sieht es gut aus, weil über dem Kap keine Wolken zu sehen ware. Vielleicht haben wir ja Glück und haben einen guten Tag erwischt. Wir warteten jede Minute auf den Wind, aber er blieb aus, warum sollten wir nicht auch mal Glück haben und alles läuft wir geplant. So, um das Kap waren wir rum und jetzt ging es zum Ankerplatz. Da dieser in der Landabdeckung lag sollte die Welle eigentlich klein und der Wind schwach sein. Irgendwer war gegen uns, der Wind war zwar schwach aber die Welle hat uns hin und hergeworfen und kam aus einer ganz anderen Richtung wie vorhergesagt. Der Anker wurde gesetzt aber wir fragten uns, ob wir in dieser Nacht wohl schlafen können. Es hilft ja nichts es muss gehen. Zum ganzen Übel kam nachts noch starker Nebel und ein spät eintreffender Karamaran hat sehr nah bei uns geankert. Wir haben das nachts noch beobachtet, alles scheint gut zu sein und wir haben den Wecker mal auf 7:30 Uhr gestellt. Als wir dann aufgestanden sind, haben wir vor lauter Nebel unsere Hand vor den Augen nicht gesehen. Da könnnen wir nicht los. Also machen wir Frühstück und warten mal ab was passiert. Tatsächlich haben wir bis 11:00 Uhr gewartet und sind dann los die kurze Strecke nach Portimao in Angriff zu nehmen. Was wir da erlebt haben schreiben wir im nächsten Blog.
Ach ja, oben am Leuchtturm des Cabo Sao Vicenten haben zwei deutsche Auswanderer einen Imbiss Stand errichtet und betreiben diesen schon lange. Der Imbiss Stand ist Kult. Ihr könnt ja mal im Internet nachlesen was das ist. Sucht mal nach: Letzte Bratwurst vor Amerika. Dort gibt es eine Bratwurst mit Zertifikat.
Bis dann bleibt euch nur noch Bilder anschauen. 🙂
Wir fahren sehr früh morgens los.

Der Tag erwacht

Schiffe vor Sines auf Reede

Eindrücke von unterwegs



Das Cabo Sao Vicente von Norden gesehen

von Westen

und von Osten


und noch ein Blick zurück

kurz vor Sagres, wir haben es fast geschafft.

Der Nebel lichtet sich am nächsten Vormittag und wir können endlich los

Ein Blick zurück nach Sagres, bereits auf dem Weg nach Portimao.

