Wir fahren nach Gibraltar und nach Afrika

Am 17. Mai 2026 sind wir von Barabte aufgebrochen um nach Gibraltar zu fahren. Beim Befahren der Straße von Gibraltar müssen einige Dinge beachtet werden. Zum ersten das Wetter natürlich. Im optimalen Fall hat man den Wind aus West und er bläst dann während der Fahrt von hinten und schiebt uns durch die Straße von Gibraltar, es wäre gut wenn der Wind nicht allzu stark ist. Als zweites ist die Tide in Gibraltar zu beachten, weil diese zu Strömungen führt, die man nicht gegenan haben sollte, die Strömungen können 3 Knoten oder sogar mehr erreichen. Man muss in Barbate starten 3 Stunden bevor in Gibraltar das Hochwasser den höchsten Stand erreicht hat. Diese Daten kann man einer Tabelle entnehmen. Die Strömung bei Barbate dreht zu diesem Zeitpunkt dann von Ost nach West auf von West nach Ost, (man sagt die Strömung kippt) und schiebt einen somit durch die Straße von Gibraltar.

Zuden haben die Fischer zwischen Faro in Portugal und Tarifa gesamt 5 Tuna Netze aufgestellt um den Blauflossen Thunfisch zu fangen. Die Netze müssen umfahren werden, weil die Netze bis an die Wasseroberfläche reichen. Die Netze sind mehr oder weniger gut gekennzeichnet und müssen in einem Abstand passiert werden. An diesem Tag sind es die letzten drei Netze die wir passieren müssen. Barbate können wir zwischen dem Netz und der Küste durchfahren, bei Zahara de los Atunes und Tarifa müssen wir außen vorbei, also durch tieferes Wasser und da kommt der nächste Punkt ins Spiel, die Orcas !!! Es wird immer empfohlen sich innerhalb einer Wassertiefe von 20m zu bewegen, weil dort wohl die Orcas nicht sind. Bei den Netzen, die wir aussen umfahren müssen, sind es dann halt 50-60m Wassertiefe. Dabei hatten wir schon ein mulmiges Gefühl, aber Gott sei Dank, es ging alles gut und wir kamen gut an den Netzen vorbei. Inzwischen ist die Strömung Richtung Gibraltar stärker geworden und schiebt uns kräftig vorwärts (wir waren mit bis zu 8,5 Knoten über Grund unterwegs, das ist ganz schön flott). Zum Glück kam der wenige Wind tatsächlich von hinten (Strom und Wind sollten die gleiche Richtung haben, weil sich sonst eine unangenehme Welle aufbaut) und somit war unsere Fahrt ruhig und teilweise auch entspannt.

Wir hatten morgens in Barbate per Mail noch eine Anfrage für einen Hafenplatz in der Queensway Marina in Gibraltar gestellt, die leider abgelehnt wurde und wir konnten nicht direkt in Gibraltar anlegen, sondern mussten eine Alternative wählen und die hieß La Linea. Das liegt weiter innerhalb der Bucht von Gibraltar, ist aber Spanien und deshalb kein Einklarieren nötig. Natürlich war die Mühe von Heike die Flagge von Gibraltar zu nähen umsonst, aber egal, es kommt wie es kommt. Wir sind in Barbate ja erst um 13:10 Uhr los (Hochwasser Gibraltar war für 16:30 angegeben) und somit kamen wir erst um 19:10 nach 6 Stunden in La Linea an. Wir bekamen einen guten Liegeplatz und haben den Abend ausklingen lassen.

Am nächsten Tag ging es über die Grenze nach Gibraltar, durch den Zoll (Personalausweis vorzeigen reicht) und waren in einem Drittstaat ausserhalb Europas. Jetzt mussten wir die Start- und Landebahn des Flughafens Gibraltar überqueren und waren in der Stadt angekommen. Hier ist ein heftiger Baubetrieb, viele neue große Gebäude entstehen und es ist viel Lärm auf den Baustellen. Nach vielen neuen Hochhäusern, kamen wir dann in den Teil der noch im alten Zustand belassen ist und nur teilweise neue Gebäuden dazwischen stehen. Wir sind durch die Einkaufsstraße geschlendert und haben uns bei der Information noch erkundigt was wir am nächsten Tag machen könnten. Da die Seilbahn auf den „Rock von Gibraltar“ bis Ende 2027 ausser Betrieb ist, mussten wir uns einen anderen Weg suchen um dort hin zu kommen. Die Wahl fiel dann auf den Bus der ab 60 Jahren Alter nur 1 Euro kostet. Wir sind dann an der genannten Haltestelle ausgestiegen und noch 30 Minuten den Berg hoch gelaufen und standen am Eintritt zum Rock, dort haben Sie uns gleich mal 18 Gibraltar Pfund pro Person Eintritt abgeknöpft aber dann kosteten die Ausstellung nichts mehr extra. Die gegrabenen Tunnel im Berg sind der Hammer und sehr schön zur Besichtigung vorbereitet. Von den vielen Affen am Rock haben wir den ganzen Tag nur 6 Stück gesehen, vielleicht hatten die Angst vor uns. 🙂 Leider haben wir am Anfang der Wanderung über den Rock einen Fehler gemacht und sind in die falsche Richtung gelaufen und haben somit die Grotte leider nicht gesehen. Alles in allem war dies ein schöner Tag mit tollen Eindrücken und Ausblicken.

Am letzten Tag haben wir uns La Linea noch angeschaut, mit dem Teil, in welchem wohl die nicht so betuchten leben, den „normalen“ Ort mit der Stierkampf Arena, die aber nicht mehr für Stierkämpfe genutzt wird. An der Strandpromenade haben wir dann das erste Mal das Mittelmeer gesehen und sind abschliessend noch die Fussgängerzone mit vielen Geschäften und Restaurants/Bars entlandgeschlendert. La Linea ist mit seiner alten Substanz ein schöner Ort.

Am 21. Mai haben wir um 9:30 abgelegt und sind in Richtung afrikanischem Kontinent aufgebrochen. Aus der Bucht von Gibraltar sind wir unter Motor an der Küste von Gibraltar gefahren und haben es uns nicht nehmen lassen die Flagge von Gibraltar doch noch aufzuheissen. Wir hatten einen angenehmen Wind und konnten die Segel setzen. Da es hier keine gefährlichen Orcas mehr gibt, stand entspanntes Segeln auf dem Plan. Die Segel blieben bis Ceuta oben und wurden erst kurz vor dem Hafen eingeholt und der Motor gestartet. Unterwegs gab es dann noch einen großen Schreck als plötzlich neben dem Boot ein dunkler Körper im Wasser auftauchte. Mist doch noch Orcas !!! Nein, es waren Delfine, so eine schöne Begegnung. Und wo Delfine sind, gibt es keine Orcas. Im Hafen von Ceuta wurde uns gleich ein Platz zugewiesen. Hier war der erste Hafen, der keine Seitenstegs mehr hatte, sondern Moorings. Das hieß, e jetzt das erst Mal mit La Terza rückwärts in einen Platz rein und an einer Mooringleine festmachen. La Terza hat auf die Steuerbefehle des Skippers gut reagiert und alles ging gut. Nachdem Festmachen und anmelden, gingen wir auf Entdeckungstour, Ceuta is überschaubar und in 1,5 Tagen zu besichtigen, aber sehr schön, mit spanischen und marokanischen Impressionen einfach vermischt. Nach dieser kurzen Zeit ging es weiter wieder ans spanische Festland, wohin, das erfahrt Ihr im nächsten Blog.

Und zu guter Letzt war für die Augen, die Bilder.

An der Einfahrt in die Bucht von Gibraltar

Riesige Schiffe die hier auch ankern um Treibstoff günstig zu bunkern

Nach der Ankunft am Meilensteinziel ein Tapas Tisch und eine Flasche Sekt. Lecker wars, danke Heike, toll hergerichtet

und später der Sonneuntergang

Wann hat man so eine Aussicht vom Liegeplatz

Überqueren der Start-Landebahn Flughafen Gibraltar um in die Stadt zu kommen

Eindrücke aus der Stadt im alten Teil

Die darf nicht fehlen

und nochmals Sonnenuntergang, krasse Farben

am nächsten Tag Richtung Rock of Gibraltar

So ein Affentheater

Ausblicke von oben

Hier die Schwebebrücke, es gab auch einen Weg aussen herum, das war dann unserer. 🙂

Eingang in ein Tunnel Museum und Bilder von innen

hier die Krankenstation

Way of Victory

plötzlich endet der Tunnel und man hat einen tollen Ausblick

immer wieder Plätze zum Ausruhen und Verweilen

Im nächsten Tunnel Museum

von dort haben Sie mit Kanonen auf Eindringlinge geschossen

Der Hafen in La Linea von oben

dem war glaub ich langweilig

Moorish Castle, leider geschlossen

Ab hier sind wir in La Linea

ehemalige Stierkampf Arena

Das erste Mal mit den Füßen ins Mittelmeer

und immer present: the Rock

Kirche von La Linea

Bei der Ausfahrt aus der Bucht wurde die genähte Flagge doch noch gehisst.

Vor Ceuta jede Menge Schnellfähren

Im Hafen von Ceuta mit dem Turm an der Einfahrt in die Marina.

Eindrücke um und in Ceuta

Da der Strand viel tiefer liegt als die Straße, wurde ein barrierefreier Zugang zu Strand geschaffen, super gelöst.

Kirche in Ceuta

Rathaus mit Park davor

Ein Kanal um auf die andere Meerseite zu kommen. Sonst müsste man um das ganze Kap herum fahren

Die Festung in Ceuta

auch hier gabe es einen tollen Sonnenuntergang

Rundgang in und um Ceuta

Herkules Statue in Ceuta

auch hier vor dem Hafen liegen Schiffe auf Reede

Nach oben scrollen